Ausfahrt 99: Dinzler am Irschenberg

Nicht immer findet man das, was man erledigen möchte, im Umkreis der Ausfahrt 100. An Feiertagen hat unser Lieblings-Frühstückslokal nicht geöffnet. Wenn Kind 1 dann Rührei mit Speck, also vor allem den Speck, möchte, machen sich Papa und Sohn auf zum Dinzler am Irschenberg. (Mama kriegt dann eine Auszeit von zumindest einem Kind.)

Dieser riesige, vor Stimmen nur so schwirrende Bau an der A8 dürfte eine der am besten besuchten Raststätten in Bayern sein. Die Gründe:

  • Lage, Lage, Lage: Kurz hinter der Abfahrt gelegen, fast wie ein Autohof, genug Parkplätze, um den Laden voll zu kriegen, sogar für Busse ist ganz hinten Platz.
  • Qualität der Produkte: Ein paar Sachen merkt man die schnelle Abfertigung an. Das Rührei ist manchmal spitze, dann wieder trocken. Da gehen einige Portionen durch die Küche, und manchmal fehlt die Liebe.
  • Schnelligkeit 1: Selbst an einem voll besetzen Sonntagmorgen hatten wir zuletzt nach fünf Minuten unser Essen. Das ist Weltklasse. 
  • Schnelligkeit 2: Getränke sind meist noch schneller da. Wie geht das? Die Bedienungen haben elektronische Geräte zum Aufnehmen der Bestellung. Aber anders als in der Eisdiele wird diese Technik voll ausgeschöpft. 
  • Man kann online reservieren: Zwar muss man das bis abends gemacht haben, um am nächsten frühstücken zu können. Aber es geht, sogar auf dem Smartphone. Eine Ausname in der deutschen Gastronomie.
  • Für Papa und Sohn hat sich bisher immer auch spontan ein Plätzchen gefunden. Zwar sind an Wochenenden fast alle Tische reserviert. Aber eine Stunde, bis eine größere Gruppe eintrifft, wird gern auch noch mal vergeben. Da der Service so schnell ist, ist das kein Problem.
  • Falls es wirklich einmal zu voll sein sollte, gibt es eine Bar im Erdgeschoss, mit ausreichend Plätzen. 
  • Der Espresso kostet nur 1 Euro.
  • Der Café Crema sucht seinesgleichen im Landkreis Miesbach.
  • Nebenan ist ein FC-Bayern-Fanshop.

Also alles in allem eine uneingeschränkte Empfehlung? Naja, ein paar Wermutstropfen gibt es. Und die sind auch der Grund, warum Dinzler nur unsere Ausweichstätte ist. 

  • Es ist laut. Beim ersten Besuch musste sich Kind 1 erst einmal an den Lärm gewöhnen, bevor er wieder selbst sprechen konnte.
  • Es ist wirklich laut. Mit der Oma, die nicht mehr so gut hört, ist das kein besonders gut geeigneter Ort.
  • Der Parkplatz ist viel zu eng, wenn ein paar Strategen wieder auf dem Hauptfahrweg parken.
  • Die extrem gute Organisation kann manchmal etwas steril und unpersönlich wirken. Hier wird man nicht zum Stammgast, der per Du mit dem Wirt ist.
  • Nebenan ist ein FC-Bayern-Fanshop.

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